Erwartungen und wie wir mit ihnen umgehen können...

Aktualisiert: 24. Sept. 2020

Steckst auch du im Erwartungsdilemma und hast oft das Gefühl, nicht allen Erwartungen gerecht werden zu können? Meine Gedanken und Ideen dazu findest du hier....

Auf dem Weg

Wer kennt`s ? Man hat ständig das Gefühl, 1000 Erwartungen kleben an einem und man wird diesen NIE gerecht. Man schafft es einfach nicht, so sehr man sich auch abzappelt. Und weil man es nicht schafft, kommt die innere Stimme in dir hoch und schreit:

du bist einfach nicht strukturiert genug, du hast nicht genügend Disziplin, du hast es einfach nicht drauf. Andere schaffen das doch auch!


Andere gehen regelmäßig trainieren, ernähren sich gut und sehen deshalb auch gut aus. Haben super Jobs, in denen sie richtig gut verdienen und managen nebenbei noch mit Gelassenheit Familie, Hund, Katze, Haus und Garten. Damit auch das kulturelle nicht zu kurz kommt, bereist man tolle Städte, geht ins Museum und kauft regelmäßig Bücher, die auch tatsächlich gelesen werden. In ihren Leben existieren auch keine (Schwieger)Mütter, deren erster Satz am Telefon lautet: „Na, lebst du noch?“ Nein, diese Menschen sind auch noch in der Lage, die Beziehungen zu Familie und Freunden erfüllt aufrecht zu erhalten.


Kommen dir diese Gedanken bekannt vor? Dann willkommen im Erwartungsdilemma.

Heute möchte ich dich aber entLASTEN und dir eine wichtige Message mitgeben:


Du kannst nicht ALLEM und JEDEM gerecht werden.

Es ist schlichtweg nicht möglich.



Du kannst es zwar versuchen, aber dann kommt dein Organismus irgendwann um die Ecke und zeigt dir auf, dass es einfach zu viel ist. Ignorierst du das, läufst du Gefahr, dass dein Motor überhitzt und du im schlimmsten Fall (dauerhaft) Schaden davonträgst.


Wie aber nun aus diesem Dilemma rauskommen?

Dazu musst du dich nur entscheiden, welche Erwartungen tatsächlich für DICH wichtig sind. Klingt total einfach, ist aber eben oft eine als unlösbar empfundene Herausforderung.


Vielleicht hilft dir zu Beginn, erstmal Klarheit darüber zu erlangen, welche Erwartungen an dich gestellt werden.

Dazu kannst du dir die Grafik der Erwartungsfelder zur Hand nehmen und auflisten, welche konkreten Dinge es da gibt, die für dich wichtig sind oder die aus anderen Gründen an dich gestellt werden.

Hilfreiche Fragen dazu könnten sein:



Körper: Wie möchte ich mich ernähren? Wieviel Schlaf brauche ich? Welche Art von Erholung ist mir wichtig? Wie möchte ich meinen Körper fit halten? Welche anderen Erholungsmöglichkeiten sind mir wichtig?

Arbeit: Welche Erwartung habe ich an meinen Job? Wie wichtig ist mir Geld? Welche Art von Karriere möchte ich machen? Wieviel Zeit bin ich bereit zu investieren?

Beziehungen: Welche Erwartung habe ich an mein Familienleben? Was ist mir in Bezug auf meine Kinder, Eltern, Familie wichtig? Wie möchte ich meine Freundschaften leben, was ist mir dabei wichtig? Ist soziales Engagement ein Thema für mich?

Sinn: Was möchte ich noch verwirklichen? Welche Vision habe ich für mich? Wie und Was möchte ich „Sein“ oder „Werden“?


Da mag dann vielleicht die ein oder andere Sache dabei sein, die eigentlich gar keine Erwartung von DIR ist, sondern aus einem gesellschaftlichen Zwang heraus entsteht, der dir aber vom tiefsten Inneren egal oder vielleicht sogar zuwider ist.


Ein einfaches Beispiel für Erwartungen, die von außen entstehen:

Mindestens 1x im Monat werden in deiner Nachbarschaft die Fenster geputzt und du tust es eben auch (die Nachbarn könnten ja ansonsten denken, du wärst eine unfähige Hausfrau/-mann). Dir ist es aber im Grunde eigentlich völlig egal, wie die Fenster aussehen und du willst sie erst dann putzen, wenn dir danach ist. An dieser Stelle solltest du dich fragen, wie wichtig es dir ist, was die Nachbarn evtl. von dir denken und ob diese Meinung über der wertvollen Zeit steht, die du z.b. lieber mit deinen kids verbringen möchtest.


Es stellt sich also immer die Frage: wie wichtig ist MIR das?

Wenn du dann alle Erwartungen zusammen hast, könntest du sie priorisieren und – soweit möglich – auch die Zeit definieren, die du für die Erfüllung benötigst oder bereit bist zu investieren. So entsteht eine Liste, aus der du z.B. auch super einen Wochenplan ableiten kannst. Und natürlich werden dabei Dinge „hinten runterfallen“, weil du ganz bestimmt mehr Erwartungen aufgelistet hast, als der Tag Stunden hat. Oder aber auch solche, von denen du nach längerer Überlegung feststellst, dass sie im Grunde von „außen“ entstanden sind, du sie aber nicht mehr länger erfüllen willst. Und das ist ok so. Und erlaube dir auch, die Dinge neu zu bewerten und evtl. zu ändern.


Ich weiß, das ist ein langer und oft auch harter Prozess. Die meisten von uns haben eben den inneren Antreiber in uns, der schon lange schreit, dass wir doch bitte perfekt durch die Welt gehen müssen.

Fang´ dann eben im Kleinen an und mit jeder Erwartung, die du nicht mehr erfüllst, weil du sie nicht mehr erfüllen willst, wirst du mutiger.

Ungeputzte Fenster können übrigens auch einen ganz besonderen Charme ausstrahlen 😉


In diesem Sinne:


Hab´ Sonne im Herzen


Andrea